1. Einladungskarte
  2. Einladungskarte
  3. Ausstellungsansicht Halle Julia Horstmann
  4. Ausstellungsansicht Halle Julia Horstmann
  5. Ausstellungsansicht Halle Julia Horstmann
  6. Ausstellungsansicht Empore Susanne M. Winterling
  7. Ausstellungsansicht Historischer Raum Susanne M. Winterling
  8. Ausstellungsansicht Historischer Raum Susanne M. Winterling, Gerry Bibby / Susanne M. Winterling
  9. Ausstellungsansicht Weißer Raum 1 Janne Lervik, Sean McNanney, Arthur Boskamp
  10. Ausstellungsansicht Weißer Raum 1 Endree Alruust, Nadira Husain
  11. Ausstellungsansicht Weißer Raum 1 Sean McNanney
  12. Ausstellungsansicht Weißer Raum 2 Gerry Bibby, Janne Lervik, Nadira Husain
  13. Ausstellungsansicht Weißer Raum 2 Gerry Bibby, Janne Lervik
  14. Ausstellungsansicht Weißer Raum 2 Susanne M. Winterling, Janne Lervik

Förderpreise Skulptur und Installation 2009
der Arthur Boskamp-Stiftung

kuratiert von Petra Reichensperger

Eröffnung am 4. Oktober, 14 Uhr
Ausstellung vom 5. Oktober bis 6. Dezember 2009

Julia Horstmann Crash! Boom! Bang!
&
Susanne M. Winterling Die ums Feuer sind
Mit Arbeiten von Endre Aalrust, Gerry Bibby, Arthur Boskamp, Nadira Husain, Janne Lervik und Sean McNanney
Zur Eröffnung 16mm-Filmprojektion

In ihrer Ausstellung „Crash!Boom!Bang!“ beschäftigt sich Julia Horstmann mit dem Werkstoff Glas in der Architektur und Codes im Art Déco. Glas dient dort häufig dem Zweck, den Eindruck von Transparenz und Offenheit zu erzeugen. Zugleich erzwingt Glas aber auch eine Distanz zwischen Betrachter und Objekt. Im Zentrum der Halle steht die Arbeit „Crash!Boom!Bang! / Chinesische Mauer, Teil 3“. Es handelt sich um einen dreiteiligen Paravent, dessen vier Innenelemente sich horizontal drehen lassen. Seine spiegelnden Kassetten aus Sicherheitsglas erinnern an die Fassaden von Geschäfts- und Industriearchitektur. Das von Horstmann verwendete Spiegelglas reflektiert nicht nur das Licht, sondern es ist darüber hinaus auch lichtdurchlässig. Indem sich die Spiegelungen des Glases mit der Richtung des Lichts ändern, variieren permanent die Positionen von Subjekt und Objekt, von Werk und Betrachter. Einen ähnlichen Effekt erzielt die Künstlerin in der Arbeit „Zwischen den Wänden“. Dabei handelt es sich um eine mit blau-roten Glaseinsätzen versetzte Wand, die auf Le Corbusiers Kapelle Ronchamp anspielt. Parallel dazu ist ein Dia in Szene gesetzt, auf dem eine Frau zu sehen ist, die sich durch einen verglasten Industriepark bewegt. Und schließlich hat Horstmann auf der Stirnwand der großen Halle eine Säule gemalt. Ihr Design ist einem Relief aus dem Science-Fiction-Film „Blade Runner“ entnommen, der zahlreiche visuelle Elemente aus dem Jugendstil verarbeitete. In ihren Ornamenten bildet die Säule auf den ersten Blick einen Gegensatz zu den Glasarbeiten. Auf den zweiten ergänzt sie sie.

Susanne Winterling verfolgt in ihren Arbeiten eine Aktualisierung der Vergangenheit. Ihre Ausstellung „Die ums Feuer sind“ ist charakteristisch für genau dieses Vorgehen. Mit Gerry Bibby setzt sie sich im Historischen Raum mit dem Lockstedter Lager auseinander. Das, was die beiden daran interessiert, sind die Posen und Maskeraden, die die Soldaten einst für Fotografien eingenommen haben. Während ihres Stipendium-Aufenthalts im M.1 ist Winterling noch auf andere Fundstücke gestoßen, insbesondere auf Arbeiten oder auch auf Requisiten wie eine Schreibfeder von Arthur Boskamp, die sie nun ebenfalls in ihre Inszenierungen integriert hat. Seit längerem interessiert die Künstlerin, wie viel der sozialen Energie erkennbar ist, wenn Leute um ein Lagerfeuer sitzen und arbeiten. Um der Frage nachzugehen, drehte sie vor Ort in Hohenlockstedt einen 16mm-Film, der zur Eröffnung mit einem Looper projiziert wird. Damit die Energie, die während des Drehs herrschte, sichtbar wird, lud die Künstlerin alle Beteiligten am Film mit eigenen Arbeiten ein. Inspiriert wurde die Künstlerin durch eine Lagerfeuerszene aus dem Film „Wendy und Lucy“. Dort handelt das Lagerfeuer von Transiterfahrungen, im geografischen und existenziellen Sinn. Winterling greift diese Erfahrungen auf und wendet das Sinnbild für Gemeinschaft in eine Gruppenausstellung. Fragen, die sie dabei umgetrieben haben, sind: Ist die Ausweitung des Werks auf den sozialen Kontext eine soziale Plastik? Bin ich überhaupt irgendetwas ohne die anderen?

Mit freundlicher Unterstützung
Reinhard Schulz / audio.video.elektronik.

Anlässlich der Eröffnung der Ausstellungen zum Förderpreis Skulptur und Installation 2009 werden die Publikationen der Arthur Boskamp-Stiftung zum Förderpreis Video 2008, Stefan Panhans / Eske Schlüters vorgestellt. Die Publikationen zu den Förderpreisen erscheinen dieses Jahr beim Textem Verlag, Hamburg.

Wenn Sie zur Eröffnung oder zur Buchpräsentation mit dem Zug aus Hamburg oder Berlin anreisen, steht um 14.00 und um 15.20 ein Shuttle zum M.1 am Bahnhof Itzehoe bereit. Um 16.10 und um 17.10 bringt Sie ein Shuttle vom M.1 zum Bahnhof Itzehoe.

  1. Einladungskarte
  2. Ausstellungsansicht Halle Suse Weber und Christoph Keller
  3. Ausstellungsansicht Halle Andrea Winkler und Malte Urbschat und Christoph Keller
  4. Ausstellungsraum Empore Channa Horwitz, Klaus Weber u. Nasan Tur
  5. Ausstellungsraum Empore Channa Horwitz
  6. Blick von Empore in Historischen Raum Klaus Weber und Nasan Tur, Im Hintergrund Simon Starke
  7. Ausstellungsansicht Historischer Raum Simon Starke
  8. Ausstellungsansicht Historischer Raum Simon Starke
  9. Ausstellungsansicht Treppenhaus Christoph Rothmeier
  10. Ausstellungsansicht PVC-Raum Wolf von Kries und Erich Pick
  11. Ausstellungsansicht PVC-Raum Piotr Żyliński
  12. Ausstellungsansicht PVC-Raum Nasan Tur, Hans Hemmert und Wolf von Kries
  13. Ausstellungsansicht linkes Kabinett Daniel Berwanger/Thomas Mahmoud
  14. Ausstellungsansicht linkes Kabinett Daniel Berwanger/Thomas Mahmoud
  15. Ausstellungsansicht rechtes Kabinett Ralf Schreiber
  16. Ansicht Außengelände Gunnar Reski
  17. Channa Horwitz, Breather, 1969/2005 Plexiglas, Motor, Pumpe 108 x 54,6 x 54,6 cm courtesy: Aanant & Zoo
  18. Simon Starke, Das intensive Spatium, 2008 Detail der Installation courtesy: the artist
  19. Klaus Weber, Basteltornado, 2007 courtesy: the artist, Herald St Gallery, London & Andrew Kreps Gallery, London
  20. Nasan Tur, Ahmet, 2008 courtesy: the artist
  21. Wolf von Kries, o.T., 2008 courtesy: the artist
  22. Piotr Żyliński, Der kleine Schwarze, 2007 courtesy: the artist
  23. Hans Hemmert, O.T., 1998 Latexballoon/LUft/Museum, CGAC Centro Galego de Arte Contemporanea, Santiago de Compostella 900x550x650cm courtesy: the artist
  24. Daniel Berwanger/Thomas Mahmoud, Antisystemkonform (Detailansicht), 2009 courtesy: the artists
  25. Christoph Keller, Wünschelruten-Testfeld (Scheunenversuch), 2003 Ausstellungsansichten Kunstverein Hannover, 2003 Kupferrohre, Wasserpumpe, Holzlatten, Wünschelruten, Fragebogen courtesy: Esther Schipper, Berlin
  26. Erich Pick, Blitzableiter, 2008 Kupfer, 297 x 210 cm courtesy: the artist
  27. Ralf Schreiber, Living Particles Version 56 (Kinetische Klanginstallation), 2009 16 elektronische Module, Pappe, Motoren, Kabel, Solarzellen courtesy: the artist
  28. Malte Urbschat, Nach einer langen dunklen Nacht, 2008 courtesy: the artist
  29. Suse Weber, MILLITANZ, 2004 Metallskulptur mit 80 Steckvarianten 340 x 110 x 110 cm courtesy: Galerie Gebr. Lehmann / Galerie Barbara Weiss
  30. Andrea Winkler, Untitled, 2009, Variation Installation view Arthur Boskamp-Stiftung courtesy: the artist
  31. Gunter Reski, Wurfsendung (3 Fahnen), 2008 Digitaldruck, Polyester jeweils 300 x 120 cm courtesy: Galerie Zwinger
  32. Christoph Rothmeier, Ohne Titel, 2008 courtesy: Galerie C&V

SYSTEM
kuratiert von Petra Reichensperger

Eröffnung am 21. Juni 2009, 14.30 Uhr
Ausstellung vom 22. Juni bis 13. September 2009

mit Daniel Berwanger/Thomas Mahmoud, Hans Hemmert, Channa Horwitz, Christoph Keller, Wolf von Kries, Erich Pick, Gunter Reski, Christoph Rothmeier, Ralf Schreiber, Simon Starke, Nasan Tur, Malte Urbschat, Klaus Weber, Suse Weber, Andrea Winkler, Piotr Żyliński

Jede Theorie, jede Untersuchung, jedes Experiment beginnt mit der Wahl eines Systems. Von dieser Wahl hängt dann der Spielraum ab, in dem sich der Experimentierende bewegen kann, der Charakter der Fragen, die er stellen kann, und sehr oft auch die Art der Antworten, die er geben kann. Die spezifischen Fragen und Antworten geben wiederum Aufschluss über die Lücken in der Theorie und in der Praxis.

Der Künstler Hans Haacke, der selbst durch systemische Arbeiten wie den Kondensationskubus bekannt wurde, machte Mitte der 1960er Jahren – als eine große Euphorie in Bezug auf Systemtheorie, Kybernetik und Systeme jeglicher Art herrschte – den Versuch, einem Myna-Vogel den Satz beizubringen: „all systems go“. Allerdings war sein Sprachunterricht bei dem Vogel, der bekannt dafür ist, Laute zu imitieren, und den einige als Waldo aus Twin Peaks kennen, nicht von Erfolg gekrönt. Das Scheitern amüsierte Haacke und deutete es als ein Zeichen, dass eben doch nicht alle Systeme laufen.

Doch unabhängig davon, ob Methoden funktionieren oder nicht, Systeme sind Setzungen: sie bündeln Beobachtungen und Erfahrungen in einen Ordnungszusammenhang. „Systeme sind die Wand, gegen die wir spielen“ hat einmal der Soziologe Dirk Baecker formuliert. Doch sie sind zugleich mehr als das. Denn Wertesysteme, Ordnungssysteme, Gesellschaftssysteme, technologische Systeme oder auch ökonomische und politische Systeme beeinflussen den eigenen Lebensraum.

Viele davon sind nicht frei gewählt. Die Frage, die sich daraus ergibt, ist, wie man sich selbst innerhalb der jeweiligen Systeme positioniert. Wie kann man dem System als Teil eines Systems etwas entgegensetzen? Welche Rolle spielt dabei die Bildende Kunst? Inwieweit schaffen die Kunst und ihre Ausstellungsinstitutionen eigene Systeme?

  1. Ausstellungsansicht Stefan Panhans
  2. Ausstellungsansicht Eske Schlüters
  3. Ausstellungsansicht Stefan Panhans
  4. Ausstellungsansicht Eske Schlüters
  5. Einladungskarte

again here. because we aren‘t what we are
Stefan Panhans und Eske Schlüters, Förderpreise Video 2008
kuratiert von Petra Reichensperger

Eröffnung am 29. März, 14.00 Uhr
Ausstellung vom 30. März bis 24. Mai 2009

Wie entstehen Identitäten, wie lassen sie sich verstehen oder gar verändern? Stefan Panhans und Eske Schlüters, Föderpreisträger Video 2008 der Arthur Boskamp-Stiftung, hinterfragen in ihren Arbeiten unterschiedliche Identitätsentwürfe und kreisen um deren Verflechtungen mit gesellschaftlichen Verhältnissen und psychischen Konstellationen, wie sie im Realen, im Symbolischen und im Imaginären hervortreten. Beide nutzen dafür den Akt des Zeigens und des Sprechens.

Stefan Panhans interessiert sich in seinen Videos, Fotografien und Collagen für die widersprüchlichen Spannungen zwischen dem ichbezogenen Individualismus und der Hingabe an Glaubensysteme, wie sie der freie Markt entwirft. Mit abgründigem Humor persiflieren seine zwischen Traum- und Realwelt changierenden Figuren und Settings den Einfluss der Ökonomie auf Selbstentwürfe. Individualität wird bei ihm zur Ware. Die Minimierung der Kameraeinstellung und die stakkatohaften Monologe der Hauptdarsteller erzeugen eine große Suggestionskraft, die die unermüdliche Arbeit an den Rollen in der Gesellschaft bloßlegt. In seinem neuen Film „If a Store Clerk Gave Me Too Much Change“ heißt die Losung dann auch: „Du musst DICH finden, deine innere Kraftquelle.“

In der Montage ihrer Videoprojektionen experimentiert Eske Schlüters bevorzugt mit gefundenem Material aus Spiel- und Dokumentarfilmen. Das Re- wie es in Reinszenierungen, im Resampling und im Reenactment zum Ausdruck kommt, wird in ihren Arbeiten eindrucksvoll als Strategie, als Subversion und als Mittel zur Vergegenwärtigung in Szene gesetzt. „After the Rehearsal“ basiert auf einem Film über die Dreharbeiten zu Chantal Akermans Spielfilm „Jeanne Dielmann“. Die ausgewählten Making-Of-Szenen zeigen die Hauptdarstellerin beim Proben ihrer Rolle für die Kamera. Darüber hinaus befragt die Künstlerin in einer Installation aus zwanzig Aludibond-Plakaten, das Potenzial von Rolle, Inszenierung und Darstellung in verschiedenen Lebens- und Arbeitssituationen.

Parallel zu der von Petra Reichensperger kuratierten Ausstellung ist am 15. Mai das Filmprogramm „stage of desire“ auf einer großen Leinwand zu sehen. Gezeigt werden Filme von Guy Ben-Ner, Keren Cytter, Jeanne Faust / Jörn Zehe, Judith Hopf / Deborah Schamoni / Clemens Schönborn, Deborah Ligorio, Ho Tzu Nyen und Ming Wong. Das Programm bietet die Möglichkeit, Künstlervideos zu sehen, die jenseits narrativer Linearität die eigenen Möglichkeiten des Mediums und den Film als Wunsch-Maschine zum Thema machen.

Anlässlich der Eröffnung am Sonntag, den 29. März um 14.00, gibt es einen kostenlosen Shuttlebus vom Bahnhof Itzehoe zum M.1 in Hohenlockstedt und wieder zurück. Interessenten können sich bis zum 27. März unter buero@arthurboskamp-stiftung.de anmelden.